Uno-Beobachter verurteilen «brutale Tragödie»
Der Leiter der Uno-Mission, Robert Mood, verurteilte das Massaker. (Keystone)
Der Leiter der Uno-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, hat den Angriff syrischer Regierungstruppen auf die Stadt Hula scharf kritisiert. Er verurteile «in schärfster Form» die «brutale Tragödie», erklärte Mood.
Viele Kinder getötet
Die Uno-Beobachter, die am Samstag vor Ort eingetroffen waren, hätten bestätigt, dass die Armee in der Stadt Panzerartillerie eingesetzt habe. Den Beobachtern zufolge wurden bei dem Angriff mindestens 92 Menschen getötet, darunter 32 Kinder unter zehn Jahren.
Der oppositionelle Syrische Nationalrat hatte zuvor von mehr als 110 Toten gesprochen, die Hälfte davon Kinder. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mehr als 90 Toten, darunter 25 Kinder.
Die Artillerie habe die Kleinstadt Hula unter Dauerbeschuss genommen, sagten Aktivisten. Zudem hätten Soldaten «komplette Familien ausgelöscht». Es war die heftigste Gewalt seit der Friedensplan vor sechs Wochen in Kraft trat. Er sollte das Blutvergiessen eigentlich beenden.
Unterschiedliche Versionen
Die Oppositionsangaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Auf YouTube waren Filme von blutüberströmten Kindern zu sehen, die angeblich bei den Vorfällen aufgenommen worden waren. Einige von ihnen hatten schwere Kopfverletzungen.
Das staatliche Fernsehen zeigte ebenfalls einen Beitrag, in denen gewaltsam getötete Menschen zu sehen waren. Dabei handele es sich um die Opfer eines Massakers terroristischer Banden, hiess es dazu.
Frankreich und Deutschland reagieren
Der Zwischenfall zeigte abermals, dass der Frieden in Syrien noch weit entfernt ist. Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius sprach von einem Massaker.
Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle zeigte sich ebenfalls entsetzt. «Es ist schockierend und empörend, dass das syrische Regime seine brutale Gewalt gegen das eigene Volk nicht einstellt», erklärte Westerwelle. (luek, reuters/dpa)
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