«Für viele Schädlinge ist Frost geradezu positiv»
Minusgrade allerorten: Vielen Schädlingen macht die Kälte leider nichts aus. (Keystone)
Noch immer liegen die Temperaturen in der Schweiz weit unter dem Gefrierpunkt - vielen macht die Kälte zu schaffen. Wer allerdings hoffte, dass der Frost auch ungeliebten Schädlingen den Garaus macht, muss enttäuscht werden.
«Für viele Insekten ist eine Überwinterung unter null Grad geradezu positiv», erklärt Jörg Samietz, Leiter Zoologie der Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil, im Gespräch mit Schweizer Radio DRS. Sie befänden sich nun in einem Überwinterungsstadium, der so genannten Diapause, und seien während dieser Zeit gut gegen Frost geschützt. Zudem sei das Blut der Insekten durch eine Art Frostschutzmittel vor dem Gefrieren geschützt und viele suchten in Verstecken Schutz vor extremer Kälte.
Wie fällt das Frühjahr aus?
Ob es in den darauffolgenden Monaten zu einer Schädlingsplage komme, hängt nach Samietz' Worten vielmehr mit dem Witterungsverlauf im Frühjahr zusammen. Gebe es ein frühes, warmes Frühjahr, vermehrten sich bestimmte Schädlinge besonders rasch. Komme es hingegen zu einem Witterungsverlauf, der das Wachstum von Pilzen befördere, dürfte die Schädlingsplage weniger schlimm ausfallen.
Nach Angaben von Agroscope werden sich allerdings Unterschiede zeigen zu extrem milden Wintern. So sei zum Beispiel nicht mit aussergewöhnlich hohen Populationen bei Blattläusen zu rechnen. Zu schaffen machen dürfte die Kälte zudem Arten, die mit dem Klimawandel neu in die Schweiz eingewandert seien. Viele solche Einwanderer seien an mildere Bedingungen gewöhnt und vertrügen längere Frostperioden schlechter als heimische Arten. (ank)
